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Magersucht erkennen und der wichtige erste Schritt

“Ich bin mir im Klaren darüber, dass ich stark untergewichtig bin (BMI unter 17.5). Trotzdem denke ich, dass weniger zu essen besser für mich ist.” Bitte Was ? !

Wenn du solche Gedanken hegst, dann bist du wahrscheinlich magersüchtig… Lese bitte weiter, um das noch genauer festzustellen.

Die BMI-Frage

Bist du stark untergewichtig oder nicht ?

Bei einem BMI für Frauen unter 17.5, bei Männern unter 18.5, wärst du das.

Wie rechnest du jetzt den BMI aus ?

BMI = Gewicht in KG / m2 (in Quadrat)

Bsp.: 17.3 = 50Kg / 1.70cm*1.70cm

 

Wenn ja, dann besteht ernster Handlungsbedarf. Und zwar nicht a-la “Ich esse jetzt 10 Nüsse mehr am Tag. Sondern a-la “Ich hole mir jetzt sofort Hilfe”.

Denn das starke Untergewicht könnte starke Schäden an deinem Herz, Nieren oder Körper verursachen.

Der psychologische Kreislauf bei der Magersucht (bei BMI unter 17.5 sehr wahrscheinlich) gleicht oft einer Selbstzerstörung. Die Person strebt in den meisten Fällen nach Autonomie und Perfektionismus – gleichzeitig möchte Sie nicht viel Nähe zu anderen Menschen zulassen. Andere Menschen könnten dir ja nur schaden. Nur wenn sie sich zurückziehen und die Kontrolle über die Nahrungsaufnahme behalten, haben sie ihr Leben im Griff..

Und genau diese Eigenschaften gefährden, dass der/die Magersüchtige sich den Rat von anderen Menschen anhört oder direkt nach Hilfe fragt.


Was dein Hirn dir dabei erzählt

Falls du in diese Kategorie gehörst: Dein Hirn wird dir erzählen, dass du das schon alleine schaffst (weil du keine Nähe zu anderen Menschen möchtest). Aber wenn du das bis jetzt nicht geschafft hast, dann wirst du es jetzt nicht plötzlich (ganz alleine) schaffen. Klar, du kannst immer noch selber entscheiden, wie dein Heilungsprozess genau verlaufen soll. Um genau zu sein: Du wirst es immer noch alleine da raus schaffen, aber mit der Unterstützung von anderen Menschen und Fachpersonen!

Magersüchtige unterstützen

Hole dir unbedingt Unterstützung – Bereits ein erstes Gespräch mit einer Person, der du am Herzen liegst, kann das ganze in Schwung bringen.

Langfristig macht es definitiv Sinn, dass die Hilfe von Fachpersonen kommt. Ob du es glaubst oder nicht, diese Personen beschäftigen sich hauptberuflich mit diesem Thema und kennen sich bestens aus.

Wenn deine Toilette kapputt ist, dann rufst du auch den Klempner. Oder wenn jemand dein MacBook reparieren soll, dann gehst du auch zu den Experten im Apple-Store.

Wenn du magersüchtig bist, dann gehst du zu einer Fachperson für Essstörung. So einfach ist das bei uns Menschen. Jeder hat sich auf etwas spezialisiert und kann Anderen, durch seine Spezialisierung, gut weiterhelfen.

Du musst das nicht alleine schaffen: Es gibt Leute, die sich extra mit diesem Thema vertraut gemacht haben, um Personen wie dir und mir zu helfen. Und ja, du brauchst diese Hilfe, wenn du unter dem besagten BMI bist.


Wie holst du dir diese Hilfe nun am besten ?

Rufe bei deinem Hausarzt an und mache einen Termin. Sage ihr/ihm, dass es dir zurzeit nicht so gut gehe. Beim Termin erwähnst du, dass du in letzer Zeit überhaupt nicht mehr essen kannst/magst und viel Gewicht verloren hast. Dazu kannst du erwähnen, dass es dir aufgefallen sei, dass dein BMI nurnoch bei (z.b) 16 sei.

  • Wenn dein Arzt ein halbwegs normaler Arzt ist, wird er die entsprechenden Massnahmen in die Wege leiten. Denn er wird erkennen, dass du dich in einem starken Untergewicht befindest.

Du kannst das Ganze in einem ersten Schritt, mit einer dir vertrauten Person besprechen. Wenn du eine Person in deinem Leben hast, der du dich voll anvertrauen kannst, dann bespreche dein Untergewicht mit dieser Person. Die meisten Leute wollen dir helfen und werden dich lieber unterstützen als du denkst.

Tipp für Freunde / Famlie von Magersüchtigen

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

Der wichtigste Punkt ist die Einsicht und das Erkennen der Magersucht (Aus Sicht der Betroffenen!)

Wie bringen sie der/die Magersüchtige zur Einsicht ?

Viele sehen die Magersucht von Anfang an gar nicht ein. Sie reden sich ein, dass alles gut kommt und dass die aktuelle Ernährungsweise die Beste für sie sei. Die Erkenntnis der Magersucht ist aber gleichzeitig der wichtigste Teil. Denn ab dem Zeitpunkt, an welchem der Betroffene die Magersucht erkennt, geht es bergauf. Denn Hilfe gibt es bei uns im deutschsprachigen Raum zur Genüge. Der Wille dazu muss einfach hier sein.

Erzählen sie von den potentiellen Schäden

  • Bei mir war der Punkt zum Handeln dann erreicht, als es mir körperlich nicht mehr so gut ging. An diesem Punkt begann ich meine bisherigen Gedanken zu hinterfragen. (Wenn ich weniger esse, geht es mir besser). Dieser Punkt ist wichtig. Denn erst ab diesem Zeitpunkt kannst du aus dem Teufelskreislauf rauskommen: Weniger essen – Es geht mir besser – Weniger essen – es geht mir besser.
  • Um diesen Punkt zu erreichen, möchte ich Freunden und Familie von Magersüchtigen folgenden Tipp empfehlen: Machen sie der/die Magersüchtige darauf aufmerksam, dass das Untergewicht zu schweren Schäden führen kann. Als mir diese potenziell lebensgefährlichen Schäden von einem starken Untergewicht bewusst wurden, ass ich auf der Stelle mehr als zuvor. Oft haben stark Untergewichtige das Gefühl, dass weniger essen besser für sie sei. Das Gefühl gilt aber nur kurzfristig, langfristig kann das natürlich nicht gutgehen.
  • Dafür kann ich den folgenden Link empfehlen. Hier werden verschiedene Folgen von starkem Untergewicht aufgezeigt. Diese Liste hatte mich zu Beginn ebenfalls schockiert – war aber wichtig einzusehen.
  • Wenn sie der/die Magersüchtige darauf anspreche – tun sie dies in einem guten Moment und zeigen sie ihm/ihr, dass sie auf ihrer Seite sind. Sie müssen die Person weder bedauern noch müssen sie die Person dominant ansprechen. Gehen sie entschlossen und liebevoll auf ihren Familienangehörigen oder Freund zu.

Weitere Tipps könnt ihr Leser gerne in den Kommentaren ergänzen.



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